Aktuelles > Fotos  zum Workshop > Röm. Eisenverhüttung

Exkursionsgebiet IX: Östliche Vulkaneifel 
Fotos aus der römischen Eisenverhüttung

Nachgebauter römischer Rennofen im Betrieb Bei Ramersbach gibt es die Überreste einer römischen Verhüttungsanlage. Experimen- telle Archäologie und die Berechnungen des Geochemikers Dr. Andreas Kronz (der auch freundlicherweise diese Bilder zur Verfügung gestellt hat - sie zeigen übrigens nicht die Anlage in Ramersbach), förderten zutage, dass im Gegensatz zu den bisherigen Annahmen der Verhüttung von Eisen bei den Römern ein standardisiertes Verfahren zugrunde lag. Bisher wurde angenommen, dass Rennöfen mehr schlecht als recht funktionierten. Das Gegenteil ist der Fall. 
Die Basis mit verschlossenen und geöffneten Luftlöchern Auf diesen Bildern sehen Sie einen nachgebauten römischen Rennofen aus Lehm. Das Bild links zeigt die Luftlöcher an der Vorderseite des Rennofens, die mit Lehmpfropfen verschließbar sind. 

Rennöfen wurden von oben mit Lagen aus Brauneisenstein und Holzkohle befüllt und entzündet. Bei dem Verhüttungsprozess reagierte nicht nur die Kohle, sondern auch auch die Ofenwand als "Zuschlag- stoff" mit dem Erz, was die "Ausbringung" des Eisens aus dem Gestein fördert. Zudem wurden auch manganhaltige Gesteine zugesetzt, um den Prozess zu optimieren.

Der Abstich wird vorbereitet Hier bereitet Dr. Kronz den Abstich vor. Bei der Verhüttung entstanden ein zähflüssiger Eisenbrei ("Luppe") und eine dünnflüssige Schlacke. Aus den an den römischen Verhüttungsstellen gefundenen Schlacken konnte er berechnen, dass entgegen früherer Annahmen ausschließlich Brauneisenstein von den Römern verwendet wurde.
Blick in die Glut Zudem brauchte die Temperatur in den Rennöfen 1.100 °C nicht zu übersteigen, was für derartige Schmelzprozesse recht niedrig ist. Ein Rennofen mit einem inneren Durchmesser von 60 cm konnte bis zu 40 kg Eisen pro Ofengang produzieren, wobei außerdem etwa 120 kg Schlacke entstanden.

Auf dem Bild werden zunächst die Holzkohlestückchen entnommen. 

Blick in den Abstich Da die Römer das wertvolle Eisen nicht an ihren Produktionsstätten liegen ließen, sondern lediglich die wertlosen Schlacken (deren Zusammensetzung man untersucht hatte), bestand das Ziel der Versuche mit den Rennöfen darin, Schlacken dieser Zusammensetzung zu produzieren, um die diesem chemischen Gleichgewicht entsprechende Menge an Eisen zu erhalten. Es ging darum, herauszufinden, welches Erz und welche Mengen an Holkohle, Zuschlagstoffen (Ofenwandmaterial) und Luft zugeführt werden mussten, um das berechnete, optimale Ergebnis zu erhalten.
Eisen-Luppe Hier die Materialien, die bei den Versuchen entstanden: die zähflüssige, erkaltete  Eisen-Luppe... 
Schlacke ...die ehemals dünnflüssige und dann erkaltete Schlacke...
Holzohle und Wandmaterial ... und die Menge an Holzkohle und Wandmaterial, die an der Ausbringung des Eisens beteiligt waren. 

Zur Übersicht

(Nur die unterstrichenen Gebiete und Ziele sind zur Zeit anklickbar)

Exkursionsgebiet:

I II III IV V VI VII VIII IX X XI XII

Exkursionsziel:

Kretz Mendig Ramersbach